Norddeutscher Käsepreis 2010 verliehen

Dr. Burhard Bösche überreicht im Beisein von Astrid Grotelüschen den Käsepreis an Hartmut Kittler von der Holtseer Meierei

Dr. Burhard Bösche überreicht im Beisein von Astrid Grotelüschen den Käsepreis an Hartmut Kittler von der Holtseer Meierei

Bei allerschönstem Frühlingswetter wurde in diesem Jahr im Freilichtmuseum am Kiekeberg in Niedersachen zum sechsten Mal der Norddeutsche Käsepreis verliehen. Diesmal kamen gleich zwei Preisträger aus Schleswig-Holstein. Astrid Grotelüschen, Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung in Niedersachsen ließ es sich nicht nehmen, an einem ihrer ersten Amtstage den Preis an die Käserei Holtsee für den Holtseer Tilsiter und den Ehrenpreis an die Käsestraße Schleswig-Holstein zu verleihen.
Dr. Burchard Bösche von Slow Food Hamburg übergab gemeinsam mit der Ministerin die Auszeichnungen im Historischen Tanzsaal des Freilichtmuseums am Kiekeberg an die Preisträger und hob in seinen Laudationes für die Preisträger, ihren besonderen Einsatz für den Erhalt der schleswig-holsteinischen Käsekultur hervor. „Die Käser sind die Winzer des Nordens. Sie haben es mit diffizilen Produkten zu tun, die mindestens so viel Wissen, Engagement und Fingerspitzengefühl erfordern, wie dies beim Wein der Fall ist. Ja, eigentlich sind die Anforderungen größer, da man das fertige Produkt nicht auf Flaschen füllen und im Keller lagern kann, sondern es als lebendiges Lebensmittel täglich beobachten und pflegen muss,“ erläuterte Bösche.

Holstseer Tilsiter – ausgezeichnet zu genießen
Mittendrin im Naturpark Hüttener Berge, nahe der Eckernförder Bucht, liegt die Käserei Holtsee. Sie wurde im Jahr 1938 von 40 Milchbauern als Meiereigenossenschaft Holtsee eG gegründet, um sich von Beginn an auf die Produktion von Käse zu spezialisieren. Heute liefern rund 200 Erzeugerbetrieb ausschließlich aus dieser Region ihre Milch an die Käserei Holtsee.
Der Holstseer Tilsiter wird nach alten überlieferten Rezepten hergestellt. Die tagesfrische Milch aus der Region wird nach einer schonenden Erhitzung zu festem Käsebruch verarbeitet. Nach Ablauf der Molke kommt der Käselaib dann für zwei Tage in ein Salzbad. Der eigentliche Reifungsprozess, der aus dem jungen Käse einen „Stinkekäse“ macht, findet im Reifungskeller statt. Bei konstanten Lagerbedingungen und ständiger Käsepflege ist nach ca. 8 Wochen der herrlich aromatische Holstseer Käse entstanden: „Die verbreitete Geringschätzung des Tilsiter hat dazu geführt, dass länger gereifte Käse lange Zeit auf dem Markt nicht erhältlich waren, und es war maßgeblich der Verdienst von Holtsee , an die alte Tradition des, wie die Ostpreußen sagten, baschen Tilsiters anzuknüpfen, also einen Käse zu produzieren, der fünf bis acht Monate gereift ist,“ betonte Dr. Burchard Bösche.
Ein Genuss, der sich neben seiner handwerklichen Herstellung auch durch eine überdurchschnittliche Qualität ausgezeichnet. Daher trägt das Produkt auch das Gütezeichen „Geprüfte Qualität Schleswig-Holstein“. Produkte mit dem Gütezeichen müssen mehrfach im Jahr bei Prüfungen ihre herausragende Qualität beweisen. Bei der Käseprüfung wird auf jeden Fall der genaue Fettgehalt und die Trockenmasse ermittelt, um den Käse korrekt kennzeichnen zu können.
Die Holtseer Meierei hat sich seit Beginn an für die Käsestraße Schleswig-Holstein engagiert. Ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen ist der Käsekeller und die Käse-Kiste. Die Käsekiste ist eine ideale Pausenstation für alle, die mit dem Rad oder auch mit dem Auto in Schleswig-Holstein unterwegs sind. Hier bekommen die Besucher kühle Getränke und frisch belegte Brötchen. Im Käsekeller bietet die Meierei Seminare an, um allen Interessierten die schleswig-holsteinische Käsekultur näher zu bringen.
10 Jahre Käsestraße Schleswig-Holstein
Die Käsestraße ist ein Spiegel der Milchwirtschaft Schleswig-Holsteins. Die 41 Mitglieder, davon 6 fördernde Mitglieder, 5 Vertriebsmitglieder und 30 Käsereien sind unterschiedlicher wie sie nicht sein könnten. Da sind die kleinen Hofkäsereien und anspruchsvollen Betriebe, die Betriebe, die unter Demeter und Bioland Rohmilchkäse produzieren und die Genossenschaftsmeiereien, die von Gut von Holstein betreut werden. Alle aber haben ein Ziel: Die Verbreitung und der Erhalt der traditionellen Herstellung von Käse in Schleswig-Holstein. „ Die Käsestraße ist heute ein Paradebeispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit unterschiedlichster Käsereien , so dass selbst aus dem Europaparlament lobende Worte kommen,“ sagte Joachim Burgemeister, Vorstandsmitglied der Käsestraße und Betriebsleiter der Gutskäserei Behl, bei der Verleihung des Preises.
Die Idee der Käsestraße entstand vor gut 10 Jahren in eben dem Museum, in dem seit nunmehr 13 Jahren ein Käse- und Genussmarkt stattfindet und der Käsepreis verliehen wird – dem Freilichtmuseum am Kiekeberg. Der Käsestraße Schleswig-Holstein ist es zu verdanken, dass die Käser in diesem nördlichsten Bundesland ihre gemeinsamen Interessen entdeckt haben. Sie verbindet aber nicht nur die Käsereien auf der Landkarte, sondern auch die Menschen und die Natur und wird dem Wunsch nach authentischen Erlebnis und Genuss vieler gerecht. Heute ist die Käsestraße weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins bekannt. Dazu tragen auch die zahlreichen Aktivitäten der einzelnen Mitglieder bei.

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Aktuelles

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  • RSH-Beitrag vom 05. Mai 2010 aus der Rubrik „Positive Wirtschaftsnachrichten"

  • Großer Andrang auf dem Genießermarkt - Über 5000 Gäste besuchten am 8. und 9. Mai das »Frühlingsfest am Grünen Kamp« mit dem Genießermarkt auf dem Messegelände Rendsburg.

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